Ein geschichtlicher Abriss zusammengestellt von Hermann Schöpfer, Fribourg und Theo Hofer, Merlach.
Das Dorf
Merlach liegt im Südwesten von Murten,
befindet sich wie dieses am See und nutzt die Hügellage längs des
Ufers. Der alte Kern ist um den Kirchhügel und in die Mulde gesetzt,
welche der von Süden her in den See fliessende Bach geschaffen hat. Auf
gleicher Achse liegt der Weg vom See nach Gurwolf, das etwas
landeinwärts liegt. Parallel zum See verläuft die alte Strasse
Avenches-Murten. Der Dreiweg liegt im Dorfkern. Blickfang der Siedlung
ist die kleine Kirche oben auf der Hügelkante. Sie ist vom Friedhof
umgeben und über eine gestufte Rampe zugänglich. Das Pfarrhaus steht
nicht, wie zu erwarten wäre, in unmittelbarer Nähe der Kirche, sondern
in der Mulde auf der Westseite der Strasse nach Gurwolf. Hier befindet
sich seeseits der Murtenstrasse das kleine Schulhaus von 1820/21,
welches ursprünglich gleichzeitig Ofen- und Gemeindehaus war und später
ausserdem Feuerwehrmagazin wurde. Ein herrschaftliches Gepräge erhält
der Kern durch das spätbarocke Herrenhaus, vor dem sich die Gasse
platzartig ausweitet und auch der Dorfbrunnen steht.
Die Campagne Chatoney, an der Strasse nach
Murten und nördlich der Kirche, entstand im 18. und 19. Jh. aus einer
Häuserzeile, welche die Familie Chatoney zusammenkaufte, bis auf Reste
abriss, quer zur Gasse neu erstellte und in den 1830er Jahren in einen
englischen Park einbettete. Den Landzuwachs der Ersten
Juragewässerkorrektion (1868-1891) haben die Chatoney in ganzer, zur
Gemeinde gehöriger Uferlänge erworben. Darauf baute 1906 eine Tochter
dieser Familie die Maison Mallet, das heutige Hotel "Le Vieux Manoir".
Die früheste Erwähnung von Merlach findet man
in einer Urkunde von 1055. Darin schenkte ein gewisser Heinricus dem
Kloster San Giusto im piemontesischen Susa nicht näher bezeichnete
Güter hier und an andern Orten der Region. Später gehörte Merlach zur
Herrschaft Murten und war ein Teil der Bannmeile der Stadt. Die winzige
Siedlung erhielt 1536 Gemeinderecht, umfasste als Gelände aber nur das
Dorf: 1558/59 sind sechzehn Haushalte, 1657 vierzehn Häuser vermerkt.
Die Bevölkerung stieg im 19. Jahrhundert von 76 (1811) auf 244 (1900)
Personen. Das Dorf scheint vor allem vom Fischfang gelebt zu haben.
1657 besassen drei Bewohner Rebgüter auf dem Platz. Die Landhäuser
entstanden erst im 18. Jahrhundert und sind nicht patrizischen, sondern
bürgerlichen Ursprungs.
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, 02. April 2005 um 12:29 Uhr |